Vortrag von DDr. Martin Balluch

Herr DDr. Martin Balluch hat am 19. November im Karl Kraus Saal des Cafe Griensteidls einen Vortrag gehalten zum Thema

„Haben Tiere Vernunft und Autonomie?“

Inhalt
Im Rahmen der Aufklärung wurde zurecht die Vernunft in das Zentrum des
abendländischen Denkens gestellt. Mit der Betonung von Vernunft aber riss eine
Kluft zwischen Mensch und Tier auf. Durch die Vernunft wurde der Mensch als frei
gedacht, die vernunftlosen Tiere dagegen zu Biomaschinen degradiert. Immanuel
Kants herausragender ethischer Ansatz, der für das neue Zivilrecht bestimmend
wurde, konnte daher Tiere nur indirekt erfassen, sie wurden zu rechtlosen Sachen.
Doch die Evolution lehrt uns, dass auch Vernunft und Autonomie kontinuierlich
entstanden sind. Kant evolutionär neu interpretiert, erlaubt eine Erweiterung seines
kategorischen Imperativs, der auch Tiere umfasst.

DDr. Martin Balluch studierte Mathematik, Physik und Astronomie an der Universität
Wien und promovierte in mathematischer Physik an der Universität Heidelberg.
Danach arbeitete er an der Universität Cambridge (England). Von 2000–2005
studierte er an der Universität Wien Philosophie und schloss sein Studium mit einer
Dissertation über Tierrechtsphilosophie ab, die auch in Buchform erschien. 1999
begründete DDr. Balluch mit anderen Personen die Vegane Gesellschaft Österreich.
Seit 2002 ist er Obmann des Vereins Gegen Tierfabriken. 2012 erhielt er den
internationalen Myschkin-Ethikpreis in Paris für seine Tierschutzarbeit und in
Anerkennung für seine Rolle im Tierschutzprozess.

Folien zum Vortrag
Video zum Vortrag